Strom

http://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/

Das Bild zeigt beispielhaft an 3 Julitagen und 3 Dezembertagen (jeweils Do-Sa) die Stromerzeugung, den Verbrauch und den Strombörsenpreis im Tagesverlauf.
Es ist zu sehen, dass es besonders in Winter pro Tag 2 Verbrauchsspitzen gibt.

  1. Tagesspitze kurz vor der Mittagszeit wenn zum industriellen Stromverbrauch der Verbrauch der Küchen kommt.
  2. Abendspitze ca. 18 Uhr. Dies ist wohl auch hauptsächlich auf den Verbrauch in den Küchen zurückzuführen

Gegen Mittag ist der Anteil erneuerbarer Energie oft besonders hoch (Solarspitze) Ist der Anteil erneuerbarer Energie hoch, sinkt der Börsenstrompreis

Was lässt sich nun aus den Daten ableiten:

  1. Die Erneuerbaren Energien wirken z. T. preisdämpfend auf den Börsenstrompreis
  2. Der Börsenstrompreis ist erheblich niedriger als der Strompreis für private Verbraucher
    Die Klagen über einen hohen Strompreis für die Industrie durch EE-Strom, entbehrt daher zumindest für von der EE-Umlage befreiten Betriebe jeder Grundlage.
  3. Es gibt weiterhin einen Stromüberschuss in Deutschland. 
  4. Während der Verbrauchsspitzen ist der Anteil fossiler Energieerzeugung besonders hoch.

Warum bezahle ich nun höhere EEG-Umlage wenn der Anteil EE-Strom steigt? Nun, die EEG-Umlage gleicht die Differenz zwischen garantierter Einspeisevergütung z. B für Solarstrom und Börsenstrompreis aus. Zum Beispiel:

Die Einspeisevergütung für eine KWh Solarstrom beträgt 10 Cent. Gleichzeitig ist der Börsenstrompreis 4 Cent. Die Differenz, also 6 Cent werden dem EEG-Umlagekonto belastet. Ist der Börsenpreis höher als die Einspeisevergütung, wird die Differenz gutgeschrieben.

Das Umlagekonto muss jährlich durch die EEG-Umlage ausgeglichen werden. Da viele Großverbraucher der Industrie von der EEG-Umlage befreit sind, müssen die verbleibenden Verbraucher, also hauptsächlich private Endkunden, mehr bezahlen. Das heißt auch, das je mehr der EE-Strom den Börsenstrompreis senkt, desto höher ist die EEG-Umlage. Leider geben die Energieversorger den niedrigeren Börsenstrompreis nicht an die Privatverbraucher weiter. So subventioniert der Privatverbraucher die Großindustrie.

Was kann man also tun?
Natürlich ist das erste und beste Mittel:Strom sparen Hier gibt es viele Möglichkeiten den Stromverbrauch zu senken ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Sparsame Hausgeräte und Leuchtmittel, Vermeidung von Standby-verbrauch durch das Ausschalten unbenutzter Gräte (z. B. Schaltbare Mehrfachsteckdose) sind hier nur beispielhaft erwähnt.

Aber auch der Zeitpunkt des Verbrauchs ist wichtig.
Legen Sie wenn möglich Ihren Verbrauch in die Zeiten niedrigen Gesamtstromverbrauchs oder in die Zeiten hoher Einspeisung erneuerbarer Energien.
Also Spül- und Waschmaschine wenn möglich nachts (zwischen 21:00 und 6:00), am Wochenende oder wenn die Sonne scheint laufen lassen. Bei vielen Maschinen lässt sich der Startzeitpunkt leicht programmieren.

Durch beide Maßnahmen wirken Sie hoher EEG-Umlage und hohem CO2 Ausstoß entgegen.